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Herz-/Kreislauferkrankungen

Das Herz

Ca. 50% der Todesursachen in Deutschland lassen sich auf Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems zurückführen. Damit sind sie Todesursache Nr. 1, nicht nur in Deutschland.

Solange wir nicht selbst betroffen sind, machen wir uns daüber keine Gedanken. Trotzdem kann jeder von uns seinem Herzen etwas Gutes tun, wenn er auf Blutdruck, gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung achtet und möglichst Rauchen, Stress und Ärger vermeidet.

Das Herz ist der Motor unseres Lebens. Es schlägt 60 bis 100 mal pro Minute oder 80.000 bis 150.000 mal am Tag und pumpt täglich etwa 8.000 Liter Blut durch unseren Körper. Treiben wir Sport, kann es diese Leistung von 5 auf 25 Liter pro Minute erhöhen. Bei einem 80-jährigen Menschen hat es über drei Milliarden mal ununterbrochen das Blut durch den gesamten Körper gepumpt. Das Herz eines Erwachsenen ist in etwa so groß wie eine geballte Faust und wiegt um die 300 Gramm.

Das Herz ist ein Muskel, der von einer dünnen Haut (Perikard) umhüllt ist. Es liegt geborgen im Brustkorb, wo es durch die  Rippen, das Brustbein und die Wirbelsäule geschützt wird. Im Brustkorb befinden sich auch die beiden Lungenflügel, die Hauptschlagader (Aorta) sowie die Speise- und Luftröhre. Ein spezielles Reizbildungs- und -leitungssystem, in dem die elektrische Erregung entsteht und sich ausbreitet, sorgt dafür, dass sich der Herzmuskel immer wieder zusammenzieht und damit Blut durch den Körper pumpt.

Das Herz besteht aus vier Höhlen: zwei Vorhöfen und zwei Hauptkammern. Der Vorhof wird Atrium, die Hauptkammer Ventrikel genannt. Zwischen ihnen und den großen Gefäßen sind vier Herzklappen angeordnet, die ähnlich wie Ventile bei einem Motor funktionieren. Ihre Aufgabe ist es zu verhindern, dass das Blut zurückfließt.

Die vier Herzklappen heißen:

Unser Herz ist ein Hohlmuskel, der sich regelmäßig ca. 60 bis 80 Mal pro Minute zusammenzieht und wieder erschlafft. So werden sechs bis acht Liter Blut pro Minute durch unseren Körper gepumpt. Ein kleiner elektrischer Reiz sorgt dafür, dass das immer wieder im gleichen Rhythmus geschieht. Über das Reizleitungssystem des Herzens breiten sich elektrische Impulse aus, die den Herzschlag steuern. Hat sich die Erregung der Zellen zurückgebildet, können die nächsten elektrische Impulse kommen. Sie entstehen in einem Nervengeflecht, dem Sinusknoten, der sich im rechten Vorhof des Herzens an der Mündung der oberen Hohlvene befindet. Man nennt ihn auch "Schrittmacher" des Herzens. Den normalen Herzrhythmus bezeichnet man daher auch als Sinusrhythmus. In nur wenigen Millisekunden breiten sich die elektrischen Reize vom Sinusknoten über beide Vorhöfe aus und gelangen dann zu einem weiteren Nervengeflecht, das zwischen Vorhof (Atrium) und Kammer (Ventrikel) angesiedelt ist. Das ist der Atrio-Ventrikular-Knoten oder kurz AV-Knoten, der die Impulse zu den beiden Herzkammern leitet. Diese elektrischen Impulse können mit Hilfe des Elektrokardiogramms, kurz EKG, abgeleitet und aufgezeichnet werden.

Jede elektrische Erregung des Herzens, deren Ausbreitung und Rückbildung werden bei der Elektro-Kardiographie als Spannungsschwankungen über Sensoren aufgenommen und in Form von Kurven im Elektro-Kardiogramm (Herzspannungskurve) aufgezeichnet. Dazu werden auf den Armen, Beinen und dem Brustkorb des Patienten Elektroden befestigt, die die Signale verstärken, damit das EKG-Gerät diese als Kurve grafisch darstellen kann. Anhand der Kurvenveränderungen gewinnt der Arzt Informationen über den Herzrhythmus, die Herzfrequenz, die Lage des Herzens im Brustkorb und über Störungen bei der Reizweiterleitung.